Reisebericht Spanien 2006
Versprechen, so lernt man bereits in jungen Jahren, muss man einlösen. Während der RückfahrtMitte Juni 2005 aus dieser herrlichen Ecke Europas, gaben wir uns das Versprechen, „wiederzukommen“! Am 24.Mai 06 war es dann soweit, alle Vorbereitungen abgeschlossen, dasHotel gebucht und der Transport organisiert. Wie letztes Jahr haben wir auf den bewährten Transportservice der Firma BST (BikeShuttle Team) aus Siegen zurückgegriffen. Ulrich Förster war wie gewohnt bereits vor der verabredeten Zeit an unserem Treffpunkt und präsentierte mit berechtigtem Stolz sein neues Spezialgefährt. Ein umgebauter Reisebus mit 18 Sitzplätzen undim hinteren Teil Platz für bis zu 14 Motorräder. Mit gewohnter Präzision und viel Geschickwaren die 11 Mopeds, die mitvon der Partie waren, inner-halb einer Stunde, verladen und felsenfest verankert.Bombenfeste Verankerungenund gute Spannbänder sagtendeutlich:“Das Hält“!Mit vereinten Kräften wurden auch die dickeren Brocken an Bord gebracht.
Da kamen teilweise die Helfer nicht hinterher. Irgendwo dazwischen sind auch die 12 Teilnehmer zu finden. Alle anderen, (Groupies, weibliche Fans und Familienangehörige) mussten sich anschließendleider verabschieden.
Die Abfahrt war für 17:30 Uhr geplant, fast auf die Minute genau setzte sich unser Bus in Bewegung. Über die A7 Richtung Süden und die Schweizer Route hatten wir bereits nach Mitternacht das Französische Hoheitsgebiet erreicht. Mit einer Gesamtfahrzeit von 15,5 Stunden für die ca. 1400 Km schlug Uli die Zeit vom letzen Jahr um über 3 Stunden. Die Streckenwahl über die Schweiz war die Richtige Entscheidung, zwischen Karlsruhe und Basel war Totalstau.
Unsere Ankunft in Lloret de Mar im Hotel Samba gegen 9:30 Uhr am frühen Morgenwar recht uspektakulär, da die Mopeds erst malnoch im Bus blieben Unsere Zimmer konnten wir erst gegen 13:00 Uhr beziehen, so entschlossen wir uns zu einem Frühstück am Strand. Bei tollem Wetter genossen wir die ersten Cappuccino und diverse Sandwichs.
Kurz vor Mittag begannen wir mit dem Entladen der Motorräder.
Diese konnten wir in einer ca. 200m entfernten Tiefgarage abstellen.
Waren da immer die selben am Arbeiten?
Gegen 16:00 Uhr starteten wir zu einer ersten Ausfahrt entlang der Küste von Lloret nach St. Feliu. Kurzer Halt an einer der unzähligen Fotoecken und weiter Richtung Norden. Nichts hat die Strecke von ihrem Reiz des letzten Jahres eingebüßt. Eng schmiegt sich der tolle Asphalt der Küste entlang immer eng an die Berge gelehnt. Immer wieder faszinierend, wie die Reifen, je wärmer sie werden, immer mehr Gripp aufbauen und anfängliches leichtes Rutschen beim heraus beschleunigen sich in satten Vortrieb wandelt. Trotz flotter Fahrweise benötigt man für die ca. 50 Kmgute 45 Minuten. Kurze Pause in einemStrandcafe, und die selbe Strecke wiederzurück. Gegen 19:30 haben wir dann unser Restaurant getestet. In Buffettformaufgebaut gab es täglich wechselndeHauptgerichte (4-5) diverse Beilagenund viel zuviel Nachtisch. Da Alledurchweg mehrmals an die Versorgungsstelle gegangen sind, kannman daraus schließen, das Essen wargenießbar. Später am Abend ent-schlossen wir uns noch zu einem erstenRundgang durch die Fußgängerzone.
Das morgendliche Frühstück um 08:30 Uhr und die gemeinsame Abfahrtum 09:30 Uhr haben wir die ganze restliche Zeit eingehalten.Über Calellaunddie A2 fuhren wirbis Arenysde Mar. Hier führt die C61flott und kurvig bis nach SantCeloni. Die BV 3501 verläuftin Nordwestlicher Richtung und führt am Kloster Montsenyvorbei auf einer gutausgebauten kurvigen Strecke über denCollFormic(1388m). Hier Oben hat man eine tolle Aussicht über den gesamten Park. In Seva sind wir dann nach Osten in Richtung Collde Revell abgebogen.
Die Strecke im Anschluss nach Arbucies ist ein absolutes „Muss“für jeden Motorradfahrer, der enge mit dem Zirkel gezogene Kurven liebt. Kein Verkehr und ein Top Belag verführen zu einer äußerst flotten Gangart. Die daran anschließende GI 550 ist die ideale Alternative, schnelle weit gezogene Kurven hinauf nach Sant Hilari.
Hier gab es dann eine längere Rast in einem Straßencafe. Weiter dann nach Westen bis Sant Sadurni und auf der C25 zurück bis zum Coll de Revell. Dann die GIV5201 nach Süden bis Sant Celoni. Hier auf die C35 bis kurz vor Llagostera. Auf die GI681 möchte ich später noch gesondert eingehen. Der Samstag stand ganz im Zeichen einer Fotoaktion an den weltberühmten Plätzen der Küstenstraße. Das war im letzten Jahr zu kurz gekommen. Ausgerüstet mit den gesponserten Shirts von Motorrad Öxler in Herbrechtingen wurde eine wahre Flut von Bildern geschossen. Die Weiterfahrt führte uns über Sant Feliu, Sta Cristina und Romanya nach Begur. In der Bucht Sa Tuna gab es dann eine längere Rast in einem Strandcafe. Die tolle Kulisse der Häuser, die entlang der Berge sich an den Hang schmiegen, lädt zum länger bleiben ein. Später fuhren wir auf der C66 bis La Bisbal, und hier auf der GI664 bis Cassa de la Selva. Auch wenn diesmal die 20 Km lange Streckedurch Mäharbeiten verschmutzt war, und man mit der nötigen Umsicht fahren musste, kann ich das Stück Straße, das sich ohne Steigung oder Gefälle durch die Gegen windet nur wärmstens empfehlen. Zurück ging es dann über Llagostera und die berühmte GI681 nach Lloret ins Hotel. Noch ein paar Worte zu meiner persönlichen Lieblingsstrecke: Diese 16 Km, sind mit das beste, das man unter 2 Räder bekommen kann. Ein breites, gut ausgebautes Straßenband führt in weiten, überschaubaren und tollen Radien durch eine hügelige Landschaft, von der ich allerdings nie viel gesehen habe. Ständig ist man verführt auszutesten, wie weit geht das noch runter. Meine Fußraster haben hier das erste mal beidseitig gestreift. Perfekt ist die Folge von rund 10 eherl angsameren Kurven, gefolgt von einem Paket schneller zu fahrenden so um die 120Km/h. Dann wieder etwas engere usw. Motorradfahrerherz, was willst mehr?
Für den Sonntag hatten wir uns nur eine kleine Rundfahrt vorgenommen, so führte uns diese Tagesetappe über die C63 nach Sant Coloma, und hier über die Nebenstrecke nach Sant Hilari. Diese Strecke ist allerdings nur was für Endurofahrer, alt, eng und schmutzig. Die ganze Zeit über hatte ich erwartet, dass Helmut mit seiner GS an uns vorbeifliegen würde, er hatte aber wohl Mitleid mit uns. In Sant Hilari scheint am Sonntag Morgen ein beliebter Treffpunkt für einheimische Biker zu sein. Entlang der Durchgangsstraße parkten locker so um die 50 Maschinen. Überwiegend Sportler!
Als wir die G542 dann Richtung Angles weiterfuhren, wussten wir auch warum. Das erste mal war was los auf der Straße, Bikes in allen Farben und Formen waren zügig in beiden Richtungen unterwegs. Bei der tollen Strecke aber auch kein Wunder. Sehr zu empfehlen! Über die C63 und die C25 ging es zurück und über unsere Hausstrecke wieder ins Hotel. Wir wollten Heute das Mittagsbuffet und den Strand ausgiebig testen. Außerdem stand bei einigen Formel 1 auf der Wunschliste.
So war dann Essen, Bummeln und Faulenzen angesagt. Das essen war genau so gut wie am Abend, in der Sonne liegen erholsam, und gegen später waren die meisten auf der Suche nach Reisegeschenkenin der Stadt unterwegs.
Bei der Vielzahl von unterschiedlichen Lokalen war es Anfangs gar nicht so einfach, etwas unserem Alter entsprechendes zu finden. Entweder zu laut, zu schmuddelig, das Publikum zu jung oder viel zu alt.
Für Heute stand eine der längsten Touren auf dem Plan, Richtung Pyrenäen . Auf der C63 ging es zügig nach Norden bis Olot. Weiter Richtung Westen auf der N260 bis Colladade Coubet. Hierhaben wir die Nebenstraße nach SantJoan genommen, war aber nicht so berauschend. Über Ripollging es dann auf die Heutige Zielstrecke. Die N152 zwischen Ribesereund Puigcerda. Diese 63 Kmhaben es in sich. Tolle Strecke mit bombensichrem Asphalt und Kurven bis zum Abwinken. Einekurze Rast in Puigcerdaund die selbe Strecke wieder zurück bis Ripoll. Warum baut man so wasnicht in Deutschland?Auf der C17 sind wir dann weiter nach Süden bis Manlleuum hier dann wieder auf die C153 nach Nordosten einzuschwenken. Die 50 Km von hier bis Bas haben eine dermaßen gigantische Kurven-führung, dass mir hier die Worte fehlen. Kurven und Kehren in einer Gefälligkeit, der Straßenbauersollte eine Preis für Kreativität bekommen. Beim nächsten mal ein absolutes „MUSS“.Über die C63 ging es dann direkt zurück nach Lloret. Diese 400 Km Heute hatten sich echt gelohnt.Abends haben wir dann am Strandnoch eine kleine Privatpartyabgezogen. Im Hotel warein Brasilianischer Abendangesagt.
Am Dienstag war es Morgensbewölkt und mit 20 Gradmerklich kühler als am Vortag.So haben wir uns entschiedendie Zeit zu einem ausgedehnten Stadtbummel zu nutzen. Am Mittag wurde dannmal wieder reichlich dem Mittagsbuffet zu-gesprochen. Ein Teil der Gruppe ist dann Mittagsnoch ein mal die Küstenstraße rauf und runtergebrettert. Auch sehr schön!
Abends hat es dann geregnet, das hat aber nicht weiter gestört, wir sind einfach länger beim Essen sitzen geblieben, der Rotwein war ja im Preis inbegriffen. Und so wurde Nachschub gefasst, bis das Restaurant uns recht höflich auf die Schließzeit aufmerksam machte. Auch egal, schließlich gab es ja da noch einige urige Kneipen.Zwischen Käse, Schinken und Salamischmeckt so ein Cognac und der Whiskeydoch am besten. Auch sehr schön!
Der Regen hörte erst gegen Mittag auf, sowar Morgens ein gemeinsamer Stadtbummel mit Einkaufen auf dem Programm. Mittags war dann Videotime. Auf der Küstenstraße und auf der GI681 wurde gefilmt was die Kamera hergab. Fahren in der Gruppe, Vorbeifahrt und Alle gemeinsam wurdewurde fachmännisch auf Band gebracht.Nach den Dreharbeiten war in Tossanoch eine Kaffeepausegeplant. Die erste Hälfte der Gruppe wartete auch schonam Straßenrand auf den Rest der Mannschaft, die aberauf sich warten ließ. Also Umgedreht und nachgeschaut.Rolf hatte beim Überholen mit seinem Blinker bei einemAuto den Außenspiegel berührt und ihn abgerissen.Respekt, wie stabil diese Japaner gebaut sind. Währendan der Suzuki ein Klebeband genügte, war der AutospiegelSchrott. Nach dem üblichen Austausch der Papiere hates dann mit dem Kaffee doch noch geklappt.ßerdem wurde hier üppigst eingeschenkt.
Für den heutigen Donnerstag war noch mal eine Mammut-Tour auf dem Plan.Wir wollten die Küstenstraße an der Spanisch-Französischen Grenze noch mal fahren. Hier war im letzten Jahr gebaut worden, und so die Fahrfreude etwas getrübt. Um schnell vorwärts zu kommen fuhren wir auf der A7 bisNord –Girona. Weiter auf der C66 bis Besalu. In Castellfolitgab es danneine erste Kaffeepause. Anschließend auf der C26 und über den 870 m hohenColladade Capsacoste. Die kleine Passstraße mündet dann in die C38, diedann über den 1610 m hohen Col de Ares führt. Die dann folgende Streckebis Ceretist für Französische Verhältnisse sehr gut. Eine weitere ausgedehntereRast wurde dann imFranzösischen Port Vendreseingelegt. Diesetraumhaft schöne Küstenstadt hat sich ihrenMittelalterlichen Charme erhalten, nur mit denPreisen sind sie der restlichen Welt schon einigeJahre voraus. Typisch Französischer Nepp eben.
Die Küstenstraße von hier bis Llanca ist mit ihren ca. 35 Km inzwischen absolut topp ausgebaut, übersichtlich und mit neuem Straßenbelag ausgerüstet. Ebenso die Strecke nach Cardaques, hier gab's einen weitern Kaffee, und weiter nach Rosas sind absolute Mussstrecken. Auf der A2 sind wir über Figueres, Cassa del la Selvaund die GI681 wieder zurückgefahren.
Freitag, vorletzter Tag, Heute wollten wir noch an den Stausee östlich vonVicgelegen. Ein letztes Mal die Küstenstraße entlang, die GI681 noch malnach Norden geprescht und dann über die C35 nach Hostalic. Dann über dieG552 und GI543 nach Col de Revell. Ein kleines Stück auf der C25 und dannab auf der N141d nach Norden. Auf einer kleinen schmalen Straße fuhrenwir durch ein Tal, das den Tälern in Arizona in Kleinformat ähnelt.Zurück dann über die BV5301 bisnach SantCeloniund die C61 bis ansMeer. Hier dann die Küste entlang bisnach lloret. Nachmittag war noch malStrand und Pool angesagt. Abendsnoch eine ausgedehnte Kneipentour.
Pünktlich nach dem Frühstückerschien Uli mit unserem Bus. Das Verladen war für dieübrigen Hotelgäste eine will-kommeneAttraktion. Gewohntprofessionell wurden die Bikesverladen und gesichert.Nach einem gemeinsamen Mittagessen im Hotelbegann die Rückreise am Nachmittag. Sicher undzuverlässig brachte uns Uli mit seiner Beifahrerinam frühen Sonntag Morgen zurück nach Giengen. Es bleibt der Rückblick auf einen gelungenUrlaub an Spaniens Küste, den wir gutenGewissens allen empfehlen können, die aufder Suche nach ihren Traumstrecken nochnicht fündig geworden sind. Ich bin mir sicherdass das nicht unser letzter Urlaub in dieser Gegend war.
Giengen im September 2006
Peter
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